ausstellung patrick trefz

fotograf der amerikanischen surf- und outdoor-industrie

patrick hatten wir auf dem surf film festival in san sebastian kennengelernt. über zwei stunden sass er an einem verregneten morgen in unserem nach nassen wetsuits und starkem espresso riechenden bus. er kennt gott und die welt und mit seinem repertoire an surfstories hätten wir das ganze wochenende sitzen bleiben können. kaum zu glauben, dass wir nur wenige monate später diese mail hier an einen befreundeten journalisten schrieben:

hey! wie versprochen sende ich dir noch kurz ein paar weitere infos zu jim und patrick… wenn du möchtest, kann ich dir gerne auch die dvds zu idiosyncrasies und shred leihen… keine surfpornos. (um missverständnissen vorzubeugen: mir ist total klar, dass diese ausstellung wohl eher nicht für ein besonders breites publikum interessant ist…) ganz egal, annette und ich mögen die arbeiten und so soll eine vorstellung der person trefz auch durch unsere subjektive begeisterung für besonders stilprägende künstler begründet sein. in unserem betätigungsfeld als farbforscher haben wir gelegentlich die chance, mit menschen zu sprechen, die sich als wegweisend für einen bestimmten visuellen stil ihres spezifischen kulturkreises darstellen. patrick trefz scheint einer dieser menschen zu sein, die durch ihr kreatives und besonders attraktiv andersartiges schaffen eine garantie für zahlreiche nachahmer geben. so wie häufig publizierte designer kopiert werden, wenn sie in der lage sind, eine bestehende visuelle übersättigung durch ihre eigene fähigkeit “neues” zu schaffen zu bereichern, so schafft es trefz, die klischee- überladene trash-kultur der amerikanischen surf-industrie zu erneuern und zu bereichern. in wenigen jahren wird nachvollziehbar sein, wo bestimmte stilmittel ihren ursprung hatten, wer damit begonnen hat, den tempo-wahn der kelly-slater-era durch eine kultivierung der langsamkeit zu beenden. patrick trefz ist es, der heute visuelle trends setzt, die erst morgen als solche erkannt werden. trefz lebt und arbeitet in santa cruz, kalifornien. ursprünglich aus düsseldorf stammend, hat sich der autodidakt in den letzten 10 jahren zu einem der begehrtesten fotografen der amerikanischen surf- und outdoor-industrie entwickelt. sowohl seine filme, als auch die fotografischen arbeiten patrick trefzs erreichten nach wenigen jahren kultstatus. seine portraits sind weltbekannt, insbesondere die aufnahmen der kalifornischen surflegende “harbour bill” wurden zur ikone des modernen surfsports. patrick trefz foto- und kurzfilm-ausstellung auf dem diesjährigen surffilm-festival im baskischen san sebastian war dem kalifornischen künstler jim denevan gewidmet. dessen arbeiten können kurz als riesige (mehrere 100m grosse) gemälde beschrieben werden, die oft mit üblichen garten-harken von ihm auf eis oder sand gezeichnet werden. bei letzterem verwendet denevan den durch die gezeiten trocken- gelegten strandboden als zeichenfläche. Mehr Informationen zu Jim findest du hier.

erst in der zusammenarbeit mit denevan stellt trefz so die wirkungsrichtung seiner arbeit in den focus des betrachters. der (ge)zeitliche ablauf der “mundaka-projektionen” lässt die bei eintretender ebbe begonnene malerei am ende des filmes von der  steigenden flut auslöschen. im “loop” erfährt der betrachter die gezeitenfolge parallel zur kunst. farbe (sw/ws),  medium und ort der kurzdokumentationen treten in diesen projektionen ebenso stark in den hintergrund, wie  sie jahre zuvor bei den abgefilmten projektionen in seinem surf(er)film “shred” in betont alleinstehender weise den erzählerischen inhalt der filmischen überlagerungen ausmachten. sein in vielen details erkennbarer wunsch nach filmischer vielfältigkeit wird in den experimentellen ausuferungen seiner musik-videos deutlich: weder übersteigerte kitsch-elemente noch strapazierende undeutlichkeit stehen dem forschenden trefz im wege. das  visuelle ergebnis scheint für ihn “nur” behälter seines vorübergehenden entwicklungs-status zu sein. stil-zensur durch eigene oder fremde “zeitgeist”ige ansprüche ist nirgends zu erkennen, patrick trefz scheint noch immer unangepasst. diese tatsache mag ein grund für die anhaltende beliebtheit seiner person und arbeit sein. eins ist jedenfalls sicher: trefz passt in keine schublade.