ausstellung jim denevan

sichtbarmachung des vordergründig unscheinbaren

jim ist ein schwer zu kontaktierender künstler aus den usa. aber er ist auch ein guter freund von patrick trefz, den wir im februar 2013 zu einer ausstellung nach berlin einladen durften. beide künstler leben im kalifornischen santa cruz und arbeiten bei ihren projekten oft zusammen. es lag nahe, sie in einer gemeinsamen ausstellung in unseren vorher komplett leergeräumten ladenräumen zu präsentieren.

jim denevans zeichnungen erschliessen sich meist erst auf grosser, nicht selten sogar kilometerweiter distanz. seine mit besen, harken oder grossen fahrzeugen wie busse und lkws auf sand oder eis gemalten, klar geometrischen bilder benötigen schon wegen ihres riesigen formats diesen abstand, den der künstler selber als einziger betrachter nicht einnehmen kann. während der gesamten entstehungszeit, die nicht selten die gesamtlebensdauer des kunstwerkes einnimmt, wird denevan zum teil seines kunstwerkes. oft als kleiner strich oder punkt erkennbar, bildet er selber auf abbildungen die referenz für grösse und relation seines werkes. der künstler malt „in” seinem bild aus einer für sich selber unsichtbaren perspektive.

das interessante an der kombination der beiden künstler jim denevan und patrick trefz ist die sichtbarmachung des vordergründig unscheinbaren. die sehr genauen filmischen abbildungen trefzs dokumentieren die kunst denevans in der reduktion auf die abbildung des künstlerischen impetus. 

denevan „geht” die linien seiner arbeiten, sein weg ist die linie, farbigkeit und dynamik anderer filme trefzs weichen hier einer klaren sprache, die den europäischen, sachlich analytischen blickwinkel vermuten lässt. erst in der zusammenarbeit mit denevan stellt trefz so die wirkungsrichtung seiner arbeit in den fokus des betrachters. der (ge)zeitliche ablauf der „mundaka-projektionen” lässt die bei eintretender ebbe begonnene malerei denevans am ende des filmes von der steigenden flut auslöschen. im „loop” erfährt der betrachter die gezeitenfolge parallel zur kunst.